11.06.2012 11:28

Werkzeugmaschinen

Erstaunliche Ergebnisse

Im VW-Werk Kassel sind 5000 Werkzeugmaschinen in Betrieb. Nun deckt ein Verbrauchscheck deutscher Forscher schonungslos energetische Schwächen auf.

Zwei Punkte waren dabei entscheidend: Wie sieht es mit dem Verbrauch im Produktivbetrieb aus? Und wie schneiden die Maschinen in „nicht wertschöpfenden Phasen“ ab? So lichteten sich nach und nach die Nebel um die entscheidende Frage: „Wo liegt der technisch erreichbare Minimalverbrauch? Und wie kann dieses Niveau realisiert werden?“, erklärt Zein.

Energieaufnahmekatalog


In Absprache mit den Linienverantwortlichen starteten im September 2010 die ersten Untersuchungen an einzelnen Maschinen. „Das lief wunderbar reibungsfrei“, meint Forscher André Zein. Insbesondere Schleifmaschinen sah man sich in der Getriebefertigung an. Eine erfreuliche Nachricht: Zu vielen der Maschinen liegen im Werk Verbrauchsdaten vor. Der Energieverbrauch ist jedoch größtenteils unbekannt. Ergänzend zu Daten über Energiebedarfe, die Volkswagen über das eingeführte Energiedatenblatt von Herstellern abfragt, starteten die Forscher Messinitiativen.

Mit Leistungsmessgeräten zeichneten sie Energieströme „in Ein-Sekunden-Intervallen“ auf. Dann ging es mit Trendanalysen los. „Daraus konnten wir etwa erstmalig Aussagen zur Entwicklung der Energieaufnahme zwischen unterschiedlichen Maschinengenerationen ableiten“, so Wissenschaftler André Zein. Das Ergebnis ließ alle staunen: „Die Energiebedarfe bei ein- und derselben Bearbeitungsaufgabe unterscheiden sich im Extremfall um den Faktor fünf“, fanden die Deutschen heraus. „Wir können nun gute Maschinenkonzepte identifizieren und VW bei der Beschaffung energieeffizienter Systeme unterstützen“, so IWF-Forscher Christoph Hermann.

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