15.06.2011 16:08
YO!tech
"Lust auf Technik": Berufsinfo für Kinder soll Techniker-Mangel kontern
YO!tech-Lust auf Technik lud im Rahmen einer Schülerinfo-Veranstaltung über technische Ausbildungswege zu einem Round-Tabele Gespräch zum aktueallen Thema: TechnikerInnenmangel in Österreich.
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Gerold Reischl, Leiter von futurzone.at und Autor von "Die Google-Falle" blickt in den Saal voller Schüler und fragt: "Wer will denn einmal später einen technischen Beruf ergreifen?“ Leises Gekichere ist zu hören, doch die Hände bleiben unten. Als ein hartes Stück Arbeit bezeichnet Reischl die Aufgabe, mehr Jugendliche für Technik zu begeistern.
Trotzdem gab es heuer bei YO!tech einen so großen Andrang, sodass ein weiterer Stock im Technischen Museum dazu gemietet werden musste. "Es freut mich sehr, dass so großes Interesse für YO!tech- Lust auf Technik gibt", betont Carina Felzmann, Geschäftsführerin von Cox Orange Marketing & PR.
Techniker sind keine Nerds.
"Technik ist Spaß, Technik ist sinnvoll und mit Technik bekommt man gute Jobs", so fasst es Daniel Ruckser, Schulsprecher der HTL Rennweg zusammen und hofft, dass sich mehr junge Menschen für den Ausbildungsweg einer HTL entscheiden. Auch Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien Paulus Stuller ist davon überzeugt, dass der Spaßfaktor bei Technik ausschlaggebend ist. "Wenn der Vater den Traktor zu Hause selber repariert und die Tochter oder der Sohn dabei zusieht und mitmachen darf, ist bereits ein ganz anderer Zugang in die Welt der Technik gegeben", so Stuller. Seiner Meinung nach tragen sowohl Eltern, LeherInnen und Unternehmen die Verantwortung dafür, dass die Neugierde beim Nachwuchs gefördert wird.
"Techniker sind schon lange keine Nerds mehr", sagt Friederikos Kariotis, Head of Human Resources der Frequentis AG. Das Unternehmen bietet von Schnuppertagen, Praktika über Töchtertage und Trainee-Programme der Jugend viele Möglichkeiten ihr Interesse an einem technischen Beruf zu finden.
Technik ist sexy.
"Technik ist sexy!" so formulierte es Stuller und verweist damit auf die inzwischen hochdotierten und attraktiven Jobangebote für TechnikerInnen. Vor allem für Mädchen stehen die Tore der Technik weit offen. Sie müssen nicht immer nur zwischen den gängigen Berufen der Einzelhandelskauffrau, der Bürokauffrau oder der Firseurin wählen. Ihnen steht ein weit größeres Angebot offen.
Ursachen für den derzeitigen TechnikerInnenmangel sieht Stuller auch in den immer noch existierenden klassischen Rollenbildern der Gesellschaft. „LeherInnen müssen sensibilisiert werden, damit die typischen Rollenklischees von Mann und Frau nicht weitergegeben werden", so Heidrun Strohmeyer, Bereichsleiterin des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur. Auch sie machte diese Erfahrung als ehemalige IT-Professorin. "Nach der zweiten Unterrichtsstunde redeten die Schüler mich bereits mit Herr Professor an", lachte Strohmeyer. Doch das zeigt, dass diese Klischees immer noch existieren und daher alles daran gesetzt werden sollte sie abzuschaffen.
Laura Zacharias, Mechatroniklehrling bei Knapp AG und damit eine der wenigen Ausnahmen, denkt, dass bereits im Kindergarten die Lust auf Technik beginnen sollte. "Die Mädchen müssen nicht immer in der Puppenecke spielen, während sich die Jungs mit Bauklötzen amüsieren", ist die angehende Mechatronikerin überzeugt. Sie hat immer schon Sachen mit ihrem Vater repariert und als sie folgedessen den Weg bei Knapp einschlug, waren ihre Eltern begeistert und unterstützten sie in allem.
Schnuppertage fördern.
Im Zuge des Round Table Gesprächs stellte sich die Frage: "Wie leicht es denn heutzutage noch ist gute Mitarbeiter zu finden?" Kariotis schüttelt den Kopf und sagt: "Frequentis hat im Moment 60 Positionen ausgeschrieben und rechnet mit einer Rekrutierungsdauer von mindestens sechs Monaten." Vor allem TechnikerInnen mit Erfahrung sind sehr selten. Für den Human Ressource Chef bei Frequentis sind Initiativen wie Trainee-Programme oder Töchtertage ausschlaggebend für einen Wandel. Stuller will mehr Schnuppertage und fordert die Unternehmen auf, ihre Türen zu öffnen und den Leuten zu zeigen, was Technik alles macht und kann.
Zum Schluss fragt Reischl noch einmal in die Runde, wer denn jetzt Lust auf Technik hat? Immerhin ein paar zaghafte Hände bewegen sich nach oben und zeigen, dass Veranstaltungen wie YO!tech Erfolg haben. Elisabeth Biedermann

























