09.07.2012 06:14
Materialeffizienz
Keine Zwangsverordnung
Ökonomen schlagen Alarm: Das Thema Materialeffizienz komme in heimischen KMU nicht hoch. Jetzt soll das deutsche Modell Pate stehen.
Um Einsparungen zu erzielen, wurden im Betrieb durch Leichtbau und steifere Querschnitte materialeffiziente Konstruktionen umgesetzt. Und die Stücklistenpflege exakter betrieben. „Der Betrieb sparte mehr als fünf Prozent des verwendeten Stahls je Maschine ein“, hat Helmenstein in seiner Studie dokumentiert. Kostenreduktion pro Jahr: Stolze 50.000 Euro. In Deutschland sei das Thema Materialeffizienz „schon besser institutionalisiert“, beobachtet er. Die deutsche Materialeffizienzagentur DEMEA ist schon länger am Werkeln. Sie habe „Erfolg dabei“, „effizienzorientierte Maßnahmen zu fördern“, so der Wissenschafter.
Niederösterreich unterm Schnitt
In Österreich wünscht sich die IV deshalb den Ausbau der Förderschiene – und keine Zwangsverordnung von Effizienzmaßnahmen. „Die wäre der Tod jeder Innovation“, glaubt Helmenstein. Einen ersten Vorstoß gibt es schon. Mit dem Land Niederösterreich wird aktuell über eine Förderschiene („Assistent für Materialeffizienz“) ähnlich dem Innovationsassistenten diskutiert. Ein längst fälliger Schritt: Gemessen am Rohertrag in Relation zum Materialaufwand, kann sich die Maschinenbausparte in Niederösterreich zwar behaupten. In anderen Sparten – Holz, Chemie oder Metall – sei aber laut Studie „großer Handlungsbedarf gegeben“, so IV-Chefökonom Christian Helmenstein.
Netzwerker gesucht
Unternehmensübergreifende Netzwerke sollen deshalb in der Region verankert werden. „Wir brauchen regionale und branchenspezifische Initiativen mit Pilotcharakter“, fordert Veit Schmid-Schmidsfelden, Fachgruppenobmann Maschinen & Metallwaren. Die zweite Ausschreibung der Initiative FTI Intelligente Produktion des Ministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie zielt immerhin schon einmal darauf ab. Stoßrichtung der Ausschreibung: Die effiziente Nutzung von Ressourcen und Rohstoffen. Derzeit noch der einzige Fels in der Brandung.
Daniel Pohselt
























