Mit dem Opel-Werk in Wien-Aspern geht es wieder bergauf. Für heuer werde ein zweistelliger Zuwachs erwartet, so Werkssprecherin Elisabeth Schuller laut einem Vorabbericht eines Wirtschaftsmagazins. Jetzt verhandelt man über Samstag-Arbeit.
Opel-Chef Nick Reilly hat Sorgen um weitere Einschnitte bei dem angeschlagenen Autobauer zerstreut. "Wir haben keine Absicht, den Sanierungsplan zu verändern", sagte Reilly am Mittwoch. Die vier deutschen Werke in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern bleiben nach den versagten Staatshilfen erhalten.
IG-Metall-Chef Berthold Huber hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, einen Gipfel zur Zukunft des angeschlagenen Autoherstellers Opel einzuberufen. Huber kritisierte in einem Interview mit dem "Spiegel" vom Wochenende zudem das Nein der Regierung zu Staatsbürgschaften für Opel.
Sollten Opel in Deutschland Bürgschaften versagt werden, sind die Chancen, dass das Powertrain-Werk in Wien-Aspern Kreditgarantien nach dem österreichischen Unternehmensliquditätsstärkungs-Gesetz erhält, nur gering, sagt Ernst Mertl, der in der Oesterreichischen Kontrollbank für die Bearbeitung der Haftungsvergabe zuständig wäre.
Auto-Experte Wolfgang Meinig bezeichnet mögliche Staatsbürgschaften für Opel als "Todsünde". "Wir würden uns mit Siebenmeilenstiefeln von unserer Ordnungspolitik verabschieden", sagte der Leiter der Bamberger Forschungsstelle Automobilwirtschaft der Nachrichtenagentur dpa. Der Staat dürfe nicht in den Wettbewerb eingreifen.
Der Lenkungsrat des Deutschlandfonds lehnt staatliche Hilfen für Opel einem Pressebericht zufolge eindeutig ab. Nach Informationen des "Handelsblatts" (Dienstag-Ausgabe) aus dem unabhängigen Beratergremium für Deutschlands Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) erfolgte der Beschluss einstimmig. Das Votum gegen die Milliardenbürgschaft basiert demnach rein auf wirtschaftlichen Gründen.
Um im Wettbewerb mit Wachstumsmärkten bestehen zu können, wünscht sich Wien Aspern-Chef Rudolf Hamp flexiblere Arbeitszeiten - und setzt indes auf Leiharbeiter.
GM-Anträge auf deutsche Staats- und Länderhilfen für die Opel-Sanierung könnten schon diese Woche eingebracht werden. Bund und Länder kündigten an, es den Amerikanern nicht zu leicht machen zu wollen.
GM Aspern-Werksleiter Rudolf Hamp schließt in einem Zeitungsinterview Kurzarbeit "aus heutiger Sicht" aus. Die eben angelaufene Produktion neuer Motoren sichere den Standort langfristig ab.