Große Stahlproduzenten wie ArcelorMittal und die japanische Nippon Steel zittern wegen der Konjunkturabkühlung im rohstoffhungrigen China um ihre Gewinne. Der Branchenprimus ArcelorMittal prognostizierte am Mittwoch einen deutlich geringeren Ertrag für das laufende dritte Quartal als bisher erwartet.
Angesichts explodierender Erzpreise steigert die voestalpine die Eigenversorgung mit Rohstoffen vom steirischen Erzberg: Der Erzanteil wird von derzeit 20 auf 30 Prozent erhöht. "Die Umweltverträglichkeitsprüfung für die Pelletieranlage ist durch", sagte Unternehmenssprecher Gerhard Kürner. Den Projektstart verhindert noch die fehlende EU-Regelung für die nötigen CO2-Zertifikate ab 2013.
Vor fünf Jahren starb der österreichische Paradeindustrielle Herbert Turnauer. Seine Constantia Firmengruppe, ehedem mehrheitlich in gemeinsamem Familienbesitz, ist heute unter seinen Kindern aufgeteilt. Einige Unternehmen aus seinem ehemaligen Reich würde der Patriarch heute kaum mehr wieder erkennen. (Dieser Artikel der Jubiläumsserie 20 Jahre INDUSTRIEMAGAZIN erschien in der Ausgabe März 2005)
Wegen illegaler Preisabsprachen hat die EU-Kommission Geldbußen von 518,5 Millionen Euro gegen 17 Spannstahl-Hersteller verhängt. Die höchste Strafe fasste ArcelorMittal mit 276,5 Millionen Euro aus. Unter den Kartell-Sündern ist auch die österreichische voestalpine Austria Draht: Sie muss 22 Millionen Euro Strafe berappen, teilte die Brüsseler Behörde heute mit.
Die voestalpine verzeichnet dank höchstfester, aber leichter Stähle einen Auftragsboom. "In der Automotive-Sparte rechnen wir heuer mit einem Wachstum von zehn Prozent - bei der PHS-Technologie mit deutlich mehr", sagte voestalpine-Vorstand Franz Hirschmanner am Freitag vor Journalisten in Schwäbisch-Gmünd nahe Stuttgart.
ThyssenKrupp will sein Geschäft mit Press- und Bauteilen für die Automobilindustrie verkaufen. Der Konzern suche nach einem neuen Eigentümer für den Bereich mit 5.500 Beschäftigten, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Man führe bereits Gespräche, darunter mit einem Interessenten aus China.
ThyssenKrupp hat am Freitag in Brasilien nach erheblicher Verzögerung und deutlicher Kostensteigerung den ersten Teil seines Hütten- und Stahlwerkes eröffnet. Vorstandschef Ekkehard Schulz legte ein klares Bekenntnis zur Stahlsparte ab: "Wir wollen unsere weltweite Top-Position im Markt für hochwertigen Qualitätsflachstahl nicht nur behaupten, sondern ausbauen."
Ein Drittel der deutschen Metall- und Elektrounternehmen hat im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Das geht aus einer Umfrage des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung hervor, deren Ergebnisse der Arbeitgeberverband Gesamtmetall am Freitag vorstellte.
ThyssenKrupp verlegt seine Konzernzentrale von Düsseldorf nach Essen. Nach dreijährigen Bauarbeiten nimmt der Stahlriese heute Donnerstag offiziell seinen neuerrichteten Firmensitz, das ThyssenKrupp Quartier, in Essen in Betrieb. Gut 2.000 Mitarbeiter sollen hier zunächst arbeiten.
Rohstoffreiche Länder wie China diktieren derzeit die Weltmarktpreise - verbunden mit massiven Teuerungen. "Wir wollen freien Handel und fairen Wettbewerb", forderte Thomas Fahnemann, RHI-Chef und Sprecher der österreichischen Rohstoffplattform, im Vorfeld der zweitägigen European Minerals Conference der EU-Kommission und des EU-Rats, die heute in Madrid startet.
ThyssenKrupp will seine Stahlpreise nach Angaben aus Unternehmenskreisen zum dritten Quartal anheben. Die Preise für das Referenzprodukt Warmbreitband sollten gegenüber dem zweiten Quartal um 50 bis 100 Euro je Tonne steigen, verlautete aus den Kreisen am Montag.
Die deutschen Stahlproduzenten produzieren wieder soviel Rohstahl wie vor der Konjunkturkrise. Im Mai sei die Rohstahlerzeugung auf den neuen Jahreshöchststand von fast 4,1 Millionen Tonnen gestiegen, berichtete die Wirtschaftsvereinigung Stahl am Mittwoch in Düsseldorf. Die Produktion lag damit um fast 88 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Beim Stahlkonzern Salzgitter ist das Erreichen der Gewinnschwelle wieder unsicherer geworden. Im April und Mai sei der Auftragseingang der Stahlsparte wieder geschrumpft. Der Vorstand halte ein ausgeglichenes Ergebnis in dem Geschäftsbereich zwar für "noch erreichbar, aber eher unwahrscheinlich", sagte Vorstandschef Wolfgang Leese laut Redemanuskript auf der Hauptversammlung in Braunschweig.
Eine Teuerungswelle hat den Rohstoff Stahl erfasst: Eisen und Stahl verteuerte sich im Mai gegenüber dem Vorjahr um 34,8 Prozent, Nichteisenmetalle um 28,9 Prozent, teilte die Statistik Austria am Montag mit.
Der Stahlkonzern ThyssenKrupp eröffnet in Brasilien mit deutlicher Verzögerung das erste Teilstück eines Stahlwerks. Zunächst geht am 18. Juni in der Bucht von Sepetiba nach fast vierjähriger Bauzeit die Sinteranlage in Betrieb, in der Grundstoffe zur Stahlerzeugung hergestellt werden.