Ich wage die seismografische Prognose: Europas politische Landschaft steht vor einem großen Beben. Die Wähler werden ihren Unmut über die schleichende Verlotterung der Institutionen kund tun.
Seit 1990 sind die Reallöhne inflationsbereinigt um insgesamt fünf Prozent gestiegen. Dagegen wächst die Alimentierung des arbeitsfernen Bereichs mit atemberaubender Geschwindigkeit: Die Durchschnittspensionen liegen inflationsbereinigt um mehr als 20 Prozent über jenen des Jahres 1990. Es wird Zeit, diese Fakten offen anzusprechen.
Den Staatsfinanzen droht der Kollaps. Wenn nicht bald mutitg reagiert wird, finden wir uns in drei Jahren in der gleichen peinsamen Lage wie Griechenland.
In den 60ern arbeitete er als Ofenhelfer in einem Stahlwerk, Ende der 80er-Jahre war er an der Restrukturierung der maroden Verstaatlichten beteiligt, heute ist er selbst Unternehmer: Klaus Woltron über 45 Jahre österreichische Industrie - und 20 Jahre Industriemagazin.
Ob Asylwerberzentrum, Klimawandel oder Finanzmarktregulierung: Die Politik ist nicht in der Lage proaktiv Probleme zu lösen. Ein Kraut dagegen scheint nicht gewachsen.
Nicht einmal in den entwickelten Staaten war sie bisher in der
Lage, die offen zutage liegenden Kollateral-
schäden der Globalisierung und des Neoliberalismus zu neutralisieren. Eine Anpassung wäre
dringend notwendig.